Die Frage sollte sein: Bin ich glücklich oder nicht?

Shownotes

In dieser Folge lade ich dich ein, einer scheinbar einfachen, aber unglaublich tiefgehenden Frage nachzuspüren: Bin ich glücklich – oder nicht? Oft fragen wir uns, ob wir erfolgreich, produktiv oder „richtig“ sind – doch all diese Fragen führen letztlich zu einer einzigen: Fühle ich mich wirklich erfüllt? Gemeinsam schauen wir darauf, was Glück eigentlich bedeutet – aus psychologischer, philosophischer und spiritueller Sicht. Wir entdecken, dass Glück nichts ist, das wir im Außen finden können – sondern eine innere Haltung, ein Zustand von Bewusstheit, Verbindung und Akzeptanz. Am Ende dieser Folge lade ich dich zu einer kurzen Reflexion ein, in der du dir selbst ganz ehrlich begegnen darfst. Denn Glück ist keine Leistung, sondern eine Praxis – eine tägliche Entscheidung, präsent, verbunden und lebendig zu sein.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Namaste und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mindful Healing to Go.

00:00:06: Dein Podcast rund um Körpergeist und Herz und wie diese unzertrennlich miteinander verbunden sind.

00:00:13: Mein Name ist Patricia und es ist so so schön, dass du heute da bist.

00:00:20: Die Frage sollte sein, bin ich glücklich oder nicht?

00:00:26: Manchmal stellen wir uns im Leben unzählige Fragen.

00:00:29: Fragen wie bin ich erfolgreich genug, bin ich produktiv genug, werde ich gelebt?

00:00:37: oder auch bin ich richtig, so wie ich bin.

00:00:41: Aber vielleicht ist das alles gar nicht die entscheidende Frage.

00:00:45: Vielleicht lautet die eigentliche Frage, die hinter all den Fragen steht, bin ich glücklich oder nicht.

00:00:56: Und... Die Frage klingt zwar so schlicht, dass sie fast banal wirkt und trotzdem ist sie so radikal, denn sie fordert uns heraus, ehrlich hinzuschauen.

00:01:08: Und sie lässt sich nicht mit Masken beantworten, nicht mit Erfolgen und nicht mit all dem, was wir im Außen aufgebaut haben.

00:01:17: Sie verlangt Kontakt zu uns selbst.

00:01:21: Aber was ist das Glück eigentlich?

00:01:24: In der Psychologie, um jetzt mal ein bisschen theoretischer zu werden, wird das Glück auf den Zweidimensionen unterschieden.

00:01:30: Das hedonische Glück und das eudaimonische Glück hört sich wild an.

00:01:38: Ich versuche es mal zu erklären.

00:01:40: Das hedonische Glück meint, dass Erleben von Freude, Lust, Wohlbefinden, die schönen Momente im Leben, das Lachen, der Genuss und ja einfach so.

00:01:52: im Grundgefühl ist es gut.

00:01:54: so wie es jetzt gerade ist, dass euer daimonische Glück hingegen geht da ein bisschen tiefer.

00:02:02: Es beschreibt nämlich ein sinnerfülltes, stimmiges Leben und nicht die momentane Freude steht da im Vordergrund, sondern das Gefühl auf einem Weg zu sein, der mit den eigenen Werten übereinstimmt.

00:02:18: Aristoteles nannte das Eudaimonia, das gute Leben, in dem der Mensch seine Potenziale entfaltet.

00:02:29: Studien zeigen, dass Menschen, die ihr Glück also eher in Sinn, Verbindung und persönlichen Wachstum suchen, langfristig sich stabiler und erfüllter fühlen als jene, die nur den kurzfristigen Genuss anstreben.

00:02:50: Martin Seligmann, das ist der Begründer der positiven Psychologie, beschreibt das mit seinem PERMA Modell.

00:02:58: Da steht das P für positive Emotionen, also positive Emotionen.

00:03:05: Das E für Engagement, also der Flow und die Hingabe.

00:03:10: Das R steht für Relationship.

00:03:13: Beziehungen, verbundene Beziehungen, das M für Meaning, den Sinn dahinter und das A für Accomplishment, also Ziele erreichen.

00:03:29: Also Glück entsteht nicht durch das Vermeiden von Schmerz, sondern vielmehr noch durch die bewusste Gestaltung seines Lebens.

00:03:43: so dass es sich innerlich stimmig anfühlt.

00:03:47: Wenn wir jetzt mal etwas weiter zurückgehen und das Ganze aus dem Blick der Philosophen wie Epike oder Seneca betrachten, dann findet man hier die Einsicht, dass Glück nicht als etwas, das man hat, sondern eher als eine innere Haltung gesehen wird.

00:04:08: Und Stolker sagte nicht die Dinge selbst, beunruhigen uns, sondern unsere Meinung über die Dinge.

00:04:15: nochmal.

00:04:17: Nicht die Dinge selbst beunruhigen uns, sondern unsere Meinung über die Dinge.

00:04:25: Ja, das hast du sicherlich schon mal gehört, dass die Dinge nicht so sind, wie wir sie sehen oder wie sie wirklich sind, sondern eher welche Bewertung wir ihnen geben.

00:04:38: Und die Bewertung ist natürlich abhängig von all unseren Prägungen.

00:04:42: von unseren Erfahrungen, die wir gemacht haben in unserem Leben.

00:04:46: Aber auch abhängig davon, wie geht es mir in diesem Moment?

00:04:51: In diesem Moment, wo ich auf etwas schaue.

00:04:54: Wenn ich jetzt gerade in eine Situation komme, die schwierig ist und der ich eine Bewertung gebe, und ich komme gerade vielleicht aus einem schlechten Tag, aus einem schlechten Meeting oder vielleicht aus einem Streit oder was auch immer, wenn wir dann eine Bewertung abgeben, dann sieht die natürlich anders aus, als wenn ich vielleicht gerade aus dem dreivöchigen Urlaub auf Bali oder was weiß ich, was komme.

00:05:20: Wo ich dann vielleicht einfach ganz entspannt bin, mein Nervensystem reguliert ist und ich die Dinge einfach anders bewerten kann.

00:05:30: Also was will die Philosophie uns damit sagen, dass das Glück also nicht außerhalb von uns liegt, sondern in der Art, wie wir drauf schauen auf das Leben.

00:05:42: auf die Situation, die uns da gerade begegnet.

00:05:46: Und auch im Buddhismus, dort wird es so ausgedrückt, dass Leid entsteht aus Anhaftung, also aus dem Wunsch, dass die Dinge anders sein mögen, als sie gerade sind.

00:06:01: Also in einer Nicht-Akzeptanz.

00:06:06: Aber Glück dagegen entsteht eben aus Akzeptanz, aus Präsenz und auch aus Bewusstheit.

00:06:13: Wobei wir in der Lehre landen, die wir auch im Yoga praktizieren, das Gleichmütige annehmen.

00:06:20: Obwohl wir also alles, was uns im Leben begegnet, lernen wollen, die Dinge gleichmütig, mit der immer während gleichen Emotionen, aber auch Disziplinen, so mit allem zu betrachten.

00:06:42: Natürlich dürfen wir uns trotzdem freuen, wenn etwas besonders Schönes, aber wir verlieren uns daran nicht, sondern wir wissen, das ist eigentlich die Essenz des Ganzen, also wir wissen, wenn wir etwas besonders Schönes erlebt haben und es läuft gerade richtig, richtig gut und wir sind auch vorgesieben und total euphorisiert.

00:07:05: Wir wissen eben, dass das Leben eben wellenartig läuft und dass es auch wieder Phasen geben wird.

00:07:13: in denen wir vielleicht vor Herausforderungen stehen.

00:07:16: Was natürlich nicht heißt, dass wir diesen Moment nicht genießen können, aber wir ruhen uns eben nicht darauf aus, sondern wir gehen weiter.

00:07:23: Wir gehen weiter und nehmen es genauso an wie eben die nicht so guten Anteile.

00:07:31: Und wenn wir jetzt also in uns hineinspüren und uns fragen, bin ich eigentlich glücklich, dann ... Findest du die Antwort nicht irgendwo in deiner To-do-Liste?

00:07:47: Die findest du auch nicht auf deinem Kontostand oder in dem Urteil anderer?

00:07:54: Oder in einer neuen Ausbildung, einer neuen Beziehung?

00:07:59: Sondern sie liegt eben in der Stille dazwischen.

00:08:04: Also dort, wo du wirklich Momente im Leben hast, wo du fühlst.

00:08:11: dass dein inneres und dein Leben in Resonanz gehen, in Resonanz stehen.

00:08:18: Und das sind eben oftmals wirklich nur kleine Momente.

00:08:23: Das ist kein dauerhaftes Gefühl, sondern das ist so eine, wo wir es ganz deutlich spüren, das sind eben diese kleinen Momente.

00:08:32: Aber es ist eben so diese Grundstimmung.

00:08:36: Es ist alles gut, so wie es ist.

00:08:40: Und Wenn wir jetzt nochmal einen kleinen Blick in die Forschung geben, was Menschen wirklich glücklich macht, dann entdecken wir, dass die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten erstaunlich viele Erkenntnisse über Glück gesammelt hat.

00:09:01: Eine der bekanntesten Studien ist die Harvard Study of Adult Development, die seit über achtzig Jahren läuft und das Ergebnis davon ist nicht Reichtum, nicht Erfolg, nicht Intelligenz, sagen, dass ein Mensch glücklich ist, sondern vor allem sind es die verbundenen liebevollen Beziehungen.

00:09:29: Menschen, die stabile und unterstützende Beziehungen haben, die sind im Alltag gesünder und leben länger berichten von einer deutlich größeren Lebenszufriedenheit.

00:09:42: Und das ist ganz unabhängig vom sozialen Status.

00:09:48: Also fassen wir das bisher mal einmal kurz zusammen, dann können wir glaube ich sagen, Glück ist also zutiefst sozial.

00:09:57: Und Glück entsteht in Beziehung zu anderen und zu uns selbst und hat nichts mit den Dingen zu tun, die im Außen passieren oder die wir angesammelt haben.

00:10:12: Und nochmal eine andere Studie aus der positiven Psychologie, die zeigt, dass etwa fünfzig Prozent unseres Glücks genetisch bestimmt sind.

00:10:28: zehn Prozent durch äußere Umstände und vierzig Prozent durch unsere bewussten Gedanken, Einstellung und Handlung.

00:10:38: Also das heißt, dass fast die Hälfte deines Glücks liegt in deiner Gestaltungskraft.

00:10:45: Also da, wo ich immer sage, wo du erkennst, dass du in deinem Theaterstück der Hauptdarsteller bist und nicht der Statist.

00:10:57: Und wie du denkst und wie du dich mit dir selbst verbindest, welche Bedeutung du Erlebnissen gibst und all das formt dein Leben.

00:11:10: Und um dem Ganzen noch, wie immer in meinem Podcast, eine kleine spirituelle Tiefe zu geben, dann gilt hier Glück als Bewusstsein von Einheit.

00:11:26: Also spirituell gesehen ist Glück kein Zustand, den man erreichen muss.

00:11:31: sondern das finde ich eigentlich ganz schön, es ist viel mehr ein Erinnern.

00:11:38: Ein Erinnern an das, was wir schon sind, an dein Sein hinter den Rollen und hinter den Gedanken.

00:11:47: Und das ist natürlich sehr wenig greifbar.

00:11:53: und trotzdem, glaube ich, kann man verstehen, dass da ganz viel die Wahrheit dran leicht und ganz viel tiefer.

00:12:05: Dass ganz viel immer wieder damit zu tun hat, dass wir uns erinnern und uns immer wieder darüber bewusst werden, wer wir sind.

00:12:17: Und auch wer wir sind hinter unseren Gedanken.

00:12:22: Und viele spirituelle Traditionen beschreiben Glück als Rückkehr ins Hier, ins Jetzt.

00:12:33: Und im Hier und Jetzt, da gibt es kein Glück zu erreichen, sondern es gibt nur das Erleben von Bewusstsein.

00:12:42: In der Tiefe Spürung, wie ich bin, ich lebe, ich atme.

00:12:47: Und in diesem einfachen Sein liegt dann der Frieden.

00:12:52: Aber der Weg dahin ist oft so sehr verschüttet von all den Vorstellungen, wie Glück aussehen müsste.

00:13:01: Ja, das ist so.

00:13:02: Wir haben das Ja, speziell so in der in unserer westlichen Welt verknüpft.

00:13:09: Mit Geld, mit Macht, mit Bildung, mit Wohlstand, mit dem großen Haus, mit dem dicken Auto, mit dem vollen Konto.

00:13:24: Und dann passiert es oft, dass wir diesen Bildern von diesem Glück so nachjagen, dass wir das eigentliche Glück verpassen, also das Glück zu erleben, diese kleinen Momenten, diese kleinen Momente in der Stille, wo wir eben spüren, jetzt geht irgendwie das Leben mit meinem Inneren so in Resonanz.

00:13:51: Und echtes Glück verlangt eben Mut zur Ehrlichkeit.

00:13:54: Bin ich wirklich erfüllt?

00:13:57: Oder halte ich nur irgendein Konstrukt aufrecht?

00:14:02: Und das ist sicherlich die Frage, die wir uns immer wieder stellen können, gerade wenn wir struggling oder stellen sollten.

00:14:10: Und paradoxerweise, viele Menschen haben unbewusst Angst vor Glück, denn Glück macht verletzlich.

00:14:20: Wenn ich glücklich bin, dann öffne ich mich.

00:14:22: Ich lasse Kontrolle los, aber genau darin liegt die Kraft des Glücks.

00:14:30: Und die Psychologie spricht hier von der Effekt-Toleranz der Fähigkeit, intensive Emotionen zuzulassen, ohne sie zu vermeiden oder zu kontrollieren.

00:14:41: Und Glück ist eben kein Dauerzustand, sondern eben dieses Pulsieren, diese kleinen Momente.

00:14:52: Und das Glück lebt eben davon, dass wir fühlen auch das, was unangenehm ist.

00:14:59: Denn wer Schmerz, Dauerhaft unterdrückt, dämpft auch gleichzeitig seine Freude.

00:15:06: Also Glück ist keine permanente Euphorie, sondern es ist eine innere Weite, in der alles Platz haben darf.

00:15:17: Und vielleicht magst du jetzt einen Moment innehalten.

00:15:23: Schließ mal gerade deine Augen und atme mal ganz tief ein und aus.

00:15:34: Nach einmal tief ein und aus.

00:15:42: Und dann frag dich mal ehrlich, ohne direkt zu urteilen, bin ich glücklich oder nicht?

00:15:53: Und wenn nein, was in meinem Leben fühlt sich nicht stimmiger?

00:16:02: Und was würde sich ändern, wenn ich den Mut hätte, meinem inneren Kompass zu folgen?

00:16:13: Und was nährt mein Herz wirklich?

00:16:19: Denn am Ende ist Glück kein Ziel, sondern eine Praxis.

00:16:25: Eine tägliche Entscheidung für Präsenz, Verbindung, Sinn, aber auch für Akzeptanz.

00:16:40: Und vielleicht sollten wir uns für weniger fragen, bin ich erfolgreich und mehr bin ich lebendig.

00:16:50: Denn ein glückliches Leben ist kein Leben ohne Schmerz, sondern eines, in dem wir uns selbst treu bleiben.

00:17:00: In dem wir immer wieder unsere wirklichen Werte erkennen.

00:17:08: Und immer wieder checken, lebe ich noch mit meinen Werten.

00:17:17: Sind meine Ziele noch in Resonanz mit meinen Werten?

00:17:24: Die Frage sollte also wirklich lauten, bin ich glücklich oder nicht?

00:17:30: Und wenn du spürst, dass die Antwort noch nicht ganz lautet, dann ist das keine Niederlage.

00:17:38: sondern betrachte es vielleicht eher als eine Einladung.

00:17:44: Eine Einladung, dir selbst wieder näherzukommen und dir Zeit zu nehmen, hinzuschauen.

00:17:58: In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes darüber nachdenken, ob du glücklich bist oder nicht.

00:18:09: Das war's für heute von Mindful Healing to Go.

00:18:13: Wenn es dir gefallen hat, freue ich mich, wenn du mir folgst und eine Bewertung darlässt.

00:18:18: Alle Links, die du genötigst, wenn du mit mir in Kontakt treten möchtest, findest du in den Show notes.

00:18:24: Ich hoffe, wir sehen und hören uns wieder.

00:18:27: Von Herzen, Patricia.

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